Allgemeines · Schlaglicht oder: Echtes Leben

Alltag in Corona-Zeiten

Himmel, was wird nicht alles geschrieben, über den Alltag in Corona-Zeiten. Das wird uns, denke ich, auch noch sehr lange begleiten.
Nachdem ich am Anfang noch laufend nach jeder Neuigkeit geschaut habe, hat das inzwischen nachgelassen. Ich bringe mich noch einmal am Tag auf den neuesten Stand und wenn ich das mal verpasse, ist das auch nicht so schlimm. An dieser Stelle merke ich, wie anpassungsfähig wir doch sind. Weil es uns gelingt, uns auf die Situation einzulassen und wieder in eine andere Form von Alltag zurück zu finden.

Flieder

Ich gebe aber zu, dass sich an meinem Alltag nichts wirklich gravierend geändert hat. Da der öffentliche Dienst ja insgesamt arbeiten muss, egal ob systemrelevant oder nicht, fahre ich nach wie vor jeden Tag ins Büro. Homeoffice gibt es bei uns zwar, aber nicht an mehr als einem bis maximal zwei Tagen in der Woche und leider auch nicht für alle Mitarbeitenden. 5 Homeoffice-Tage habe ich bislang gehabt. Und ich gebe zu, ich habe sie sehr genossen: weil ich Dinge, die schon lange lagen und für die ich Zeit und Ruhe brauche, abarbeiten konnte. Kein Telefon, das klingelt, keine Kollegen, die ein dringendes Anliegen haben, wenn man sich gerade in die Materie eingelesen hat. Aber dauerhaft brauche ich das nicht, dafür trenne ich Privat- und Berufsleben eben doch zu gerne – auch räumlich. Ich weiß aber auch, wie privilegiert ich mit diesem Arbeitsplatz bin – ich muss mir keine Gedanken um Kurzarbeitergeld und Arbeitslosigkeit machen. Das sieht in vielen Bereichen leider ganz anders aus und ich mag mir jetzt noch gar nicht ausmalen, wie die Wirtschaft und das Leben nach Corona aussehen werden – wann immer das sein mag.

Bahnsteig

Auswirkungen auf mein Leben hat das Virus natürlich trotzdem. Die Fahrtzeiten zur Arbeit sind länger und ich verbringe (noch) mehr Zeit beim Pendeln. Lesen und Stricken unterwegs ist mit der Maske fast unmöglich, aber ich experimentiere zur Zeit mit den verschiedenen Maskentypen. Vermutlich kriege ich da noch was hin, ansonsten muss ich eben doch auf Hörbücher oder Podcasts ausweichen. Wäre ja auch kein Unglück, auch wenn ich unterwegs doch immer einiges geschafft habe.
Neben den üblichen Familieneinkäufen stehen jetzt auch die Einkäufe für meine Eltern auf meiner To-Do-Liste. Die kann ich dann natürlich nicht einfach vor die Tür stellen und wieder verschwinden, vor allem deshalb auch nicht, weil meine Mutter gerade sehr viel Redebedarf hat. Hätte ihr die Erkrankung meines Vaters durchaus gereicht, pfuscht jetzt auch noch Corona dazwischen. Das macht ihr Angst, auch wenn sie das im Leben nicht zugeben würde. Viele andere Dinge, die im Hinblick auf die Zukunft für uns jetzt wichtig wären, sind auf Eis gelegt. Es ist nicht wirklich möglich, zur Zeit Pflegeheime zu besuchen, Gespräche zu führen und Weichen für die Zukunft zu stellen. Aber das ist halt jetzt eben so und wenn es nötig ist, wird sich bestimmt irgendein Weg finden. Das mag dann vielleicht nicht der wirklich Beste sein, aber es geht eben nicht anders.
Zum Stricken und Lesen komme ich nur noch selten. Das ist schade, ich vermisse das, genauso wie die gemeinsame Strickzeit mit der Strickgruppe, sehr. Aber auch daran ist nichts zu ändern und ich muss mich – außer vor mir selber – ja vor niemandem rechtfertigen, wenn ich nichts fertig kriege. Zur Ablenkung habe ich dann angefangen, gefühlt tausend neue Dinge anzuschlagen oder in Angriff zu nehmen. Obwohl ich weiß, das mich so viele Projekte eher lähmen als voranbringen.
Auf der Strecke ist auch das Blog geblieben. Nach der Arbeit gehe ich nur noch selten an den Computer, mir fehlen irgendwie auch Ideen. Anfang Juni habe ich ein paar Tage Urlaub, da hoffe ich, dass ich neues Material sammeln kann. So lange müsst Ihr Euch leider mit schnell ausgefüllten Aktionen oder vorgefertigten Dingen begnügen. Es mangelt nicht an Ideen … nur mit der Umsetzung hapert es. Aber auch das wird schon werden. Der Sommer steht in den Startlöchern, die Tage werden heller und länger und je länger die Situation andauert, desto besser gewöhnen wir uns daran und schaffen uns neue Alltagsroutinen.

Das geht auch vorbei

Aber wenn ich ganz ehrlich sein soll, wäre ich jetzt lieber hier:

Dänemark

Und gebe einfach die Hoffnung noch nicht auf, dass auch in diesem verflixten Jahr ein Urlaub am Meer in Dänemark noch möglich sein wird. Ist ja noch ein bisschen hin und vorher fahre ich noch mal hier in der Gegend an die Nordsee. Ich habe eben einfach Meer-weh. Neben dem ganzen Corona-Mist.

Allgemeines

Die verstrickte Dienstagsfrage 42 – 2019

Ich habe gerade ein paar glatt rechts gestrickte Socken in Arbeit. Bei Mustersocken ist klar, wann man mit der Ferse anfängt. Aber bei glatt rechts gestrickten? Wie macht Ihr das? Reihen zählen, damit beide Socken genau gleich lang werden oder die zweite Socke einfach drauflegen und abschätzen? Oder mit dem Maßband nachmessen?

Ich zähle grundsätzlich bei allen glatt rechts gestrickten Socken die Reihen. Und habe da so meine Faustregeln, die glücklicherweise bei meinen Socken bei vielen Größen passen.
Ich stricke immer so viele Runden Bündchen, wie ich Maschen auf einer Nadel des Nadelspiels habe. Der Schaft wird immer über so viele Runden gestrickt, wie ich insgesamt Maschen auf den Nadeln habe. Die Ferse stricke ich über die Hälfte aller Maschen und über die gleiche Anzahl Hin- und Rückreihen. Der Fuß wird dann wiederum über so viele Runden gestrickt, wie ich insgesamt Maschen auf den Nadeln habe. Mit dem Zählen beginne ich da ab der Maschenaufnahme an den Fersen.
Zum Runden zählen verwende ich für ein Paar Socken genau drei kleine Sicherheitsnadeln. Wenn ich den Schaft stricke, zähle ich das erste Mal, wenn ich gefühlt mehr als 30 Runden gestrickt habe. Bei der 30. Runde setze ich eine Sicherheitsnadel, die einige Runden später in die 50. Runde wandert und dort hängen bleibt. Bei den Runden für den Fuß mache ich das ebenso, auch diese Sicherheitsnadel bleibt hängen. Von dort aus kann ich dann nämlich problemlos zählen, wie viele Runden ich gestrickt habe (für den gelegentlichen Fall, dass ich eine andere Rundenzahl verwende). Beim zweiten Socken zähle ich genau gleich, nur dass die Sicherheitsnadel dann in den Fuß weiterwandert und nicht hängen bleibt.
Für mich hat sich dieses System bewährt. Ob man 30 oder 50 Runden gestrickt hat, kann man auf einen Blick erkennen. An der ersten festen Nadel kann ich nachzählen, wie viele Maschen ich angeschlagen habe, falls die Socken nach dem ersten in den UFO-Korb gewandert sind.

Wenn Ihr bei der verstrickten Dienstagsfrage mitmachen möchtet, findet Ihr hier alle Infos dazu.
Allgemeines

Mittwochsfragen 61 bis 80

  1. Glaubst du an ein Leben nach dem Tod? Nein.
  2. Auf wen bist du böse? Böse? Auf niemanden. Aber es gibt Menschen, mit denen ich lieber nichts mehr zu tun haben  möchte, auch wenn ich mich noch ganz normal mit ihnen unterhalten kann.
  3. Fährst du häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Ja, an jedem Arbeitstag. Und damit deutlich mehr als mit dem eigenen Auto.
  4. Was hat dir am meisten Kummer bereitet? Dazu sage ich nichts.
  5. Bist du das geworden, was du früher werden wolltest? Nein. Aber es ist okay.
  6. Zu welcher Musik tanzt du am liebsten? Quickstep, also tatsächlich zu Tanzmusik.
  7. Welche Eigenschaft schätzt du an einem Geliebten sehr? Intelligenz.
  8. Was war deine größte Anschaffung? Ein neues Auto.
  9. Gibst du Menschen eine zweite Chance? In der Regel schon, es kommt aber sehr stark darauf an, warum sie eine zweite Chance brauchen.
  10. Hast du viele Freunde? Nein. Dafür aber gute.
  11. Welches Wort bringt dich auf die Palme? Das wechselt häufig, im Moment ist E-Mobilität.
  12. Bist du schon jemals im Fernsehen gewesen? Ja, sogar mehrfach, u.a. in einer Nachmittags-Talkshow beim NDR. War eine ganz tolle und überraschende Erfahrung.
  13. Wann warst du zuletzt nervös? Keine Ahnung, das bin ich öfter, manchmal sogar grundlos.
  14. Was macht dein Zuhause zu deinem Zuhause? Meine Familie, meine Bücher, meine Wolle.
  15. Wo informierst du dich über das Tagesgeschehen? In Zeitungen, im Fernsehen, im Internet, im Radio. Ich nutze eigentlich alle verfügbaren Medien.
  16. Welches Märchen magst du am liebsten? Dornröschen. Das brachte mich ans Spinnrad.
  17. Was für eine Art von Humor hast du? Eher trockenen und ironischen.
  18. Wie oft treibst du Sport? Sport ist Mord. Leider muss ich was tun.
  19. Hinterlässt du einen bleibenden Eindruck? Ich würde sagen nein, denke aber, dass ich trotzdem einen Eindruck hinterlasse.
  20. Auf welche zwei Dinge kannst du nicht verzichten? Bücher und Strickgarn.
Allgemeines · Montagsstarter

Montagsstarter 38 – 2019

  1. Im Augenblick brauche ich abends immer sehr lange, bis ich mich so weit runtergefahren habe, dass ich etwas mit den Händen machen kann, dann finde ich aber den Weg ins Bett nicht und könnte ewig weitermachen.
  2. In dieser Woche erscheint der neue Roman von Margret Atwood im Buchhandel, ich bin schon sehr gespannt und werde auf den Hype definitiv aufspringen.
  3. Soll ich mir doch noch ein neues Spinnrad gönnen?
  4. Mein Ziel habe ich genau vor Augen und es stört mich auch gar nicht, dass es bis dahin noch ein langer Weg ist.
  5. Geplant war ein wenig Nähzeit an diesem Wochenende, leider kam es dann wieder nicht dazu, nun mache ich das am nächsten Wochenende.
  6. Für mich sind privat gerade ein paar recht ruhige Wochen, darüber freue ich mich sehr, weil ich sie einfach gut brauchen kann und es im Arbeitsbereich schon genügend Hektik und Stress gibt.
  7. Ich freue mich auf eine relativ ruhige Woche und habe außerdem eine Kaffee-Verabredung mit meiner Tochter, auf die ich mich sehr freue.

Den Montagsstarter gibt es jede Woche bei Antetanni, die ihn in Kooperation mit Martin erstellt. Vielen Dank den Beiden für diese tolle Idee und die vielen Anregungen.

Allgemeines

Auf den Nadeln: Juni 2019

Zum Stricken komme ich im Moment nur selten. Und wenn doch mal, stricke ich überwiegend Babysocken, weil bei uns im Kollegenkreis all die jungen Frauen Babys bekommen. Und einige der jungen Männer werden auch Vater. Und alle freuen sich sehr über die gestrickten Socken, auch wenn die Kleinen die zur Zeit natürlich gar nicht brauchen, aber die Socken sind so groß geplant, dass sie auch noch passen, wenn es wieder kühler wird.

Auch das Sommerbrise-Tuch macht langsame Fortschritte, die ersten vier Knäuel sind verstrickt und ich bin ziemlich begeistert von diesem sommerlichen Tuch. Das wird richtig schön und ich freue mich schon, es irgendwann tragen zu können. Vorzugsweise noch in diesem Sommer.

Größtenteils unbeachtet liegen leider die viele UFOs in der Strickecke. Aber: ihre Zeit wird auch noch kommen und zwei Langzeit-Arbeiten werden weitergestrickt, wenn die Herzensfreundin gegen Ende Juli zu Besuch kommt. Das haben wir uns wenigstens so vorgenommen, mal schauen, wie das so klappt oder ob doch noch wieder andere Ideen dazwischen grätschen. Bis dahin hätte ich aber gerne noch ein paar Kleinigkeiten und UFOs fertig gemacht: weitere Babysocken sind noch auf den Nadeln, außerdem ein Babyjäckchen und zwei Tücher möchten gerne weitergestrickt werden, eines davon ist schon ziemlich kurz vor der Vollendung.

Allgemeines

Akute Starteritis – ein medizinischer Fachartikel

Wisst Ihr eigentlich,  dass „Akute Starteritis“ bereits als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt ist? Vor ein paar Tagen habe ich mich so ein wenig im Wohnzimmer umgesehen und tatsächlich 11 angefangene Strickprojekte gezählt. 11, in Worten: elf. Ich war ziemlich schockiert, so viele waren das noch nie. Und an allen stricksele ich abwechselnd rum und ärgere mich darüber, dass gar nichts fertig wird. Ja, wie auch, bei so vielen Projekten.
Ich habe mich für Euch mal ein wenig schlau gemacht:

Akute Starteritis, auch Anstrickeritis (Incipere Lanaskiepitis) genannt, ist eine häufige, oft harmlos verlaufende StrickerInnen-Erkrankung. Fast alle StrickerInnen über 30 tragen das Virus in sich, gelegentlich tritt es auch schon in jüngeren Jahren auf. Da die infektiöse Lanaskiepitis vor allem über Wolle und andere strickfähige Materialien sowie nach neuesten Forschungen auch über Internetshops, Bücher, Zeitschriften und Online-Datenbanken übertragen wird, nennt man die Lanaskiepitis auch Woll-Lese-Krankheit. Sehr neue Forschungsergebnisse weisen auch darauf hin, dass sich die Krankheit bei HäklerInnen und sogar bei StickerInnen überproportional ausbreitet. Auch SpinnerInnen und NäherInnen sollen erste Symptome zeigen. Ob dazu eigene Krankheitsbilder erforderlich sind, sollen neue Forschungen feststellen. Ergebnisse dazu werden aber erst 2020 erwartet.

Ansteckung
Akute Starteritis wird durch den Woll-Virus ausgelöst, es gibt neuere Forschungen, die auch andere Ursachen dafür verantwortlich machen. Unter anderem werden inzwischen auch Bücher, Zeitschriften und vor allem Online-Datenbanken dafür verantwortlich gemacht, dass diese Krankheit sich so rasant ausbreitet. Die Ausbreitung wird zusätzlich durch Wollgeschäfte, Online-Shops, Stricktreffen und Zugsocking gefördert. In Deutschland sind die meisten kreativen Menschen Träger des Virus, ohne dies zu spüren. Die Starteritis kann chronisch werden, wer das Virus einmal in sich trägt, wird ihn in der Regel auch nie wieder los.

Symptome
Akute Starteritis hat viele Erscheinungsbilder. Während die Infektion bei Kindern oft unbemerkt bleibt, weil ihr Immunsystem noch nicht so stark reagiert, können Erwachsene heftige Symptome zeigen: Unruhe, Wollkaufsucht, unkontrollierter Stricknadelkauf und das unbändige Verlangen, neue Projekte anzufangen, bevor die alten beendet sind, fortgesetztes Lesen von Strickzeitschriften und -büchern, ständige Internet-Nutzung von einschlägigen Strick-Seiten treten häufig gemeinsam auf. Als weitere Risikofaktoren gelten: Besuch von Stricktreffen, Strickgruppen bei Online-Portalen wie Facebook und Ravelry. Bis zu 80% aller Projekte werden aufgrund von akuter Starteritis nicht oder deutlich zu spät beendet. Viele Projekte enden sogar als sogenannte „UFOs“ (Un-Fertige Objekte), die erneute Schübe der Starteritis auslösen können und u.U. sogar zu einer großen seelischen Belastung werden können.

Behandlung
Zur Behandlung sind ausschließlich frei verkäufliche homöopathische Medikamente mit den Wirkstoffen Schokolade oder Eiscreme geeignet, empfohlen werden auch Kräutertees, die beruhigende Wirkungen zeigen. Die Einnahme sollte allerdings dennoch mit dem Arzt oder Apotheker besprochen werden. Da der Körper bei einigen Symptomen, die dem eines Fiebers gleichen, mehr Flüssigkeit verliert, ist es wichtig viel zu trinken. Viele Betroffene fühlen sich besonders müde und abgeschlagen. Am besten hilft hier einfach Ruhe und Schonung und besonders viel geplante Strickzeit. Psychologen empfehlen außerdem, sich mit dem angefangenen Projekten auseinander zu setzen, Prioritäten-Listen zu erstellen und diese konsequent abzuarbeiten. Auch Selbsthilfegruppen können unterstützend wirken, aber hier ist Vorsicht angeraten, es sind schon Fälle bekannt, in denen die Teilnahme an diesen Gruppen die Infektion noch verstärkt haben.

Schwer einzuschätzen sind Behandlungsansätze mit Wolldiäten, Use-up-your-stash-Aktionen, Wollkauf-Verboten, das Zurückziehen in die eigenen vier Wände, das unkontrollierte Verschenken oder Wegwerfen des Materials – es kann hier deutlich zu Übersprungshandlungen kommen, die die Starteritis erneut und mit schwerem Verlauf ausbrechen lassen.

Krankheitsverlauf und Prognose
Die akute Starteritis bei Kindern verläuft oft ohne Symptome, allerdings kommt es meist bereits im Kindesalter zur Erstinfektion. Vor allem in Ländern mit hohem Lebensstandard wie zum Beispiel in Europa, Australien und Amerika sind so gut wie alle Kleinkinder bereits mit dem Virus infiziert. Auch wenn es bei kleinen Kindern nur sehr selten zu Symptomen kommt, geht man davon aus, dass aufgrund der Virusinfektion mit zunehmendem Lebensalter die Zahl der Fälle deutlich ansteigt. In  jungen Jahren kann sich die Infektion auch auf andere Lebensbereiche ausweiten und beispielsweise bei Büchern und Computerspielen überraschend schnell chronisch werden.

In sehr vielen Fällen wird die Starteritis chronisch. Das heißt, die Symptome bestehen für Monate oder sogar Jahre. Dieser immer häufiger auftretende Verlauf wird allerdings überwiegend in Europa und Amerika beobachtet und ist nicht zwingend auf andere Länder übertragbar.

Komplikationen
Probleme mit den direkten Symptomen der Starteritis sind in entwickelten Industrienationen häufiger, da hier die Infektion im Schnitt in einem sehr viel späteren Lebensabschnitt auftritt. Der Krankheitsverlauf ist dann oft schwerer. In aller Regel verläuft die Starteritis trotzdem ohne Komplikationen und es ist keine besondere Therapie nötig. Besteht allerdings Verdacht auf eine oder mehrere schwerwiegende Komplikationen, werden Patienten gelegentlich zur Überwachung in den geschlossenen Abteilungen im Krankenhaus behandelt. Die Grenzen zur sehr gefährlichen Wollsucht sind fließend, von daher ist es für das Pflegepersonal, aber auch für Angehörigen dringend nötig, in engem Kontakt mit dem Erkrankten zu bleiben.

Meist aber heilt die Starteritis ohne bleibende Folgen aus. Nur sehr selten führt sie zu bleibenden Schäden, allerdings sind die Zahlen der chronischen Verläufe mit immer häufiger auftretenden akuten Schüben deutlich angestiegen.

(Diesen Artikel hatte ich schon vor längerer Zeit in meinem alten Blog veröffentlicht. Wenn er Euch also bekannt vorkommt, ist er nicht geklaut, sondern nur aus dem Archiv hervorgekramt, überarbeitet und noch einmal ans Licht gebracht worden.)