Aus dem Leben gegriffen · Gestricktes · Ich bin dabei

Das Strick-nick

Ja, ein Strick-nick ist ein Picknick, bei dem auch gestrickt werden darf. Eigentlich darf man das ja immer, wer sollte einen hindern, aber dieses Picknick wurde extra von Stricker*innen für Stricker*innen geplant und organisiert. Das Wetter bietet sich an, ein geeigneter Platz war schnell gefunden und schon konnte es losgehen.

Stricknick 4

Einen großer Teil der Vorbereitung machte die Organisation aus, wer was zu essen mitbringt, wer sich um Grill und Geschirr/Besteck kümmert. Den zweitgrößten Teil der Vorbereitung nahmen dann schon die Überlegungen ein, welches Strickzeug man mitnehmen soll. Wenn man reichlich Material, WIPs und UFOs hat, kann das schon mal eine Weile dauern. Ich empfehle aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz heraus, etwas mitzunehmen, was sehr langweilig kraus rechts gestrickt wird, ohne anspruchsvoll zu sein, oder einen I-Cord, der sich ja auch gerne zieht. Socken gehen natürlich auch immer. Entsprechend ausgerüstet habe ich mich dann voller Vorfreude am Wochenende auf den Weg gemacht.

Stricknick 1

Unser Picknick-Platz war auf einer kleinen Lichtung mitten in einem kleinen Waldgebiet. Sehr abgelegen und ruhig, außer uns war niemand da, wenigstens keine Menschen. Die Sonne schien, die Vögel sangen, es duftete nach Wald. Wir saßen auf Holzbänken unter alten Bäumen, ein laues Lüftchen wehte – ja, es war genauso kitschig, wie es sich liest. Und es war unfassbar erholsam. Wir haben geschwatzt und viel gelacht, gut gegessen, einen oder mehrere Spaziergänge durch den Wald gemacht und zwischendurch auch einfach mal nur still dagesessen, ins Grüne geschaut und den Geräuschen des Wald gelauscht. In der Ferne hörte man leise einen Trecker, der Bauer nebenan war dabei ein Feld abzuernten. Die Brombeeren haben wir selber genascht.

Gegen Abend tauchten dann auf einmal dunkle Wolken auf und noch ehe wir alles zusammengeräumt hatten, fing es an zu regnen. Habt Ihr mal darauf geachtet, wie sich der Geruch verändert, wenn es an einem warmen Sommertag anfängt zu regnen? Und das dann noch in einem Wald. Großartig. Manche Dinge vergisst man viel zu schnell.

Unser Fazit: das müssen wir unbedingt wiederholen. Vielleicht noch einmal in diesem Sommer, auf jeden Fall im nächsten. Und: zur Nachahmung empfohlen.

Auf den Nadeln · Aus dem Leben gegriffen · Monats-Rückblick

Juli – Rückblick

Der Juli dümpelte ein wenig zäh so vor sich hin. In diesem Jahr scheint es so zu sein, dass mir die Monate sehr unterschiedlich vorkommen, manche fliegen einfach so vorbei, andere ziehen sich wie Kaugummi. So bewusst ist mir das noch nie aufgefallen, obwohl das bestimmt in jedem Jahr so war.
Dank der Corona-Lockerungen konnte ich ein paar Dinge erledigen, die ich erledigen musste und wollte und ich bin froh darüber. Ansonsten bleiben wir aber doch eher zu Hause und genießen es, zusammen zu sein. Die Tochter ist so oft hier, wie es möglich ist, den Sohn und die Schwiegertochter in Spe sehen wir über Face-Time oder Skype. Elternbesuche halten wir kurz, aber wir sehen uns wieder. Freunde treffen wir zu gemeinsamen Spaziergängen und zum Grillvergnügen in den ganz großen Gärten. Glücklicherweise geht das. Die Strickgruppe trifft sich wieder, privat, in kleinem Rahmen und wann immer es möglich ist, in den verschiedenen Gärten. Das tut so gut, so ein kleiner Austausch zwischen Gleichgesinnten. Das hat uns allen sehr gefehlt.

Gestrickt habe ich wieder, das Strickmojo war wohl nur kurzfristig zu einem Besuch bei Freunden. Ein großes Tuch wurde fertig, zwei Paar Socken, ein Babyjäckchen und an meinen verschiedenen Decken habe ich tatsächlich auch weiter gemacht. Die Fotos vom Tuch, dem Babyjäckchen und von den Decken reiche ich nach, teilweise weil es Geschenke sind, teilweise, weil ich noch Fäden vernähen muss und schöne Fotos machen.


An der Nähmaschine habe ich gesessen und Leseknochen genäht. Das ging sogar für mich als „Nähgasteniker“ überraschend leicht und hat viel Spaß gemacht. Nach dem, den ich Euch hier schon gezeigt habe, sind noch drei weitere entstanden.
Außerdem habe ich mich auch noch an neuen Dingen erprobt. EPP – English Paper Piecing fasziniert mich schon lange. Da hatte ich ja Anfang des Jahres mit meiner Münchner Freundin schon erste Erfahrungen gesammelt und habe jetzt probeweise ein kleines Nadelkissen aus Hexagonen gemacht. War sehr einfach und ging ziemlich schnell. Nun hefte ich gerade weitere Hexagone für einen Buchumschlag, den ich gerne noch nähen möchte. Und für einen Projektbeutel, der mir zufällig über den Bildschirm flackerte.

EPP

An vielen anderen Stellen geht es mit kleinen Schritten und viel Beharrlichkeit auch vorwärts.  Inzwischen ist es aber auch bei der Arbeit ruhiger geworden und ich nutze die Chance, und gehe gelegentlich eine Stunde früher nach Hause. Die Einkäufe erledigt der Mann, der nach vier Monaten Home-Office gerne Gelegenheiten nutzt, mal unter Menschen zu gehen. Und sei es nur beim Einkaufen. So schaffe ich endlich mal etwas mehr als in den vorangegangenen Monaten.

Nun bin ich sehr gespannt, was der August bringen wird.

Aus dem Leben gegriffen · Genähtes · Gewusst wie · Weihnachten

Leseknochen

Schon sehr lange habe ich immer wieder auf die genähten Leseknochen geschielt und mir vorgenommen, auch mal einen zu nähen. Nun kam die Tochter und sagte mir, dass sie sich einen kaufen würde, wenn ich das nicht endlich umsetzen würde. Nun ja, das ist ja eigentlich auch Quatsch, wenn so viel Stoff und Füllmaterial zu Hause rumliegt.
Sozusagen zur „Strafe“ musste sie aber mit anpacken und hat das Schnittmuster auf den Stoff übertragen. Ausgeschnitten und genäht habe ich den Leseknochen dann selber, ihr Part war es dann wieder, ihn zu stopfen. Zwei Kissen vom schwedischen Möbelhaus sind da hinein verschwunden, bis er so fest war, wie sie ihn haben wollte.

Ich bin ja nicht so wirklich nähtalentiert, aber dieses Kissen habe ich problemlos hinbekommen. Und es hat sogar richtig Spaß gemacht. Vor allem auch deswegen, weil wir gemeinsam daran arbeiten konnten, so Mutter-Tochter-Projekte sind einfach eine tolle Sache.
Der Leseknochen verschwand am gleichen Abend noch mit der Tochter und sie hat inzwischen berichtet, wie viel Spaß sie mit dem Lesekissen hat und wie gut das für ihre Bedürfnisse funktioniert.

Wir sind also beide sehr begeistert von diesem Teil und ich habe bereits Stoffe für weitere Leseknochen zugeschnitten. Es könnte eventuell sein, dass ich diese Kissen schon mal als Weihnachtsgeschenke plane. Da haben in der Familie und im Freundeskreis ganz sicher noch mehr Menschen eine Verwendung für. Und Weihnachten kommt, das wissen wir ja alle, immer so plötzlich, da ist es gut, vorbereitet zu sein.

Aus dem Leben gegriffen · Gewusst wie · Schlaglicht oder: Echtes Leben

Wie ist das eigentlich mit Kopien von Anleitungen?

Ich bin im Zusammenhang mit ‚“Der verstrickten Dienstagsfrage 15 – 2020“ darauf hingewiesen worden, dass der Begriff „Kopie“ u.U. nicht okay ist und ich das im Zusammenhang mit der teilweise erregt geführten Diskussion um das Urheberrecht lieber unterlassen sollte.

Mein Kenntnisstand war da ein anderer und deshalb habe ich noch einmal nachgeforscht und in den Unterlagen nachgesehen, die wir vor einiger Zeit im beruflichen Kontext zum Thema Urheberrecht hatten. Danach ist es völlig in Ordnung, aus einem geliehenen Buch, sei es von Freunden oder in der Bibliothek, eine Kopie einer bestimmten Anleitung zu machen und diese für private Zwecke, sprich zum Stricken des Werkstückes zu verwenden. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Kopie ausdrücklich für private Zwecke angefertigt wurde. Eine Weitergabe an Dritte und vor allem der Verkauf und der gewerbliche Handel mit Anleitungen/Kopien ist selbstverständlich untersagt und strafbar. Auch ein eventuell vorhandener Kopierschutz (in der Regel bei DVDs und Musik-CDs) darf nicht umgangen werden. Wer sich aber aus einem Strickbuch eine Kopie macht, um danach zu arbeiten und nicht sein Buch (oder ein geliehenes) mit Anmerkungen zu versehen, ist rechtlich gesehen auf der sicheren Seite.

Wer dazu etwas nachlesen möchte, findet hier die rechtlichen Grundlagen.

Aus dem Leben gegriffen · Ich bin dabei

Bodensee-Spinntreffen 2020

Heute vor zwei Wochen bin ich gerade von einem wunderbaren Wochenende in Würzburg und beim Bodenseetreffen in Konstanz zurück gekommen. Vor zwei Wochen – und doch gefühlt in einem anderen Leben. Vor zwei Wochen kippte das Leben in Deutschland gerade und doch ahnte niemand, wo wir heute stehen würden.  Ich bin sehr froh, dass ich dieses Treffen und auch das Strickcamp im Januar in diesem Jahr machen konnte. Das liefert Erinnerungen, die mich jetzt durch die anstrengenden Wochen tragen werden.


Beim Bodenseetreffen lernte ich eine Spinnerin kennen, die mit einer „supported spindle“ gesponnen hat und ließ mir das zeigen und erklären. Das fand ich so faszinierend, dass ich – kaum wieder zu Hause – mir auch eine solche Spindel bestellt habe. Inzwischen ist das gute Stück bei mir angekommen und ich freue mich schon darauf, dass ich vielleicht irgendwann Zeit habe, sie auszuprobieren. Zu denen, die im Home-Office arbeiten oder gar ganz zu Hause bleiben können, gehöre ich nicht. Und ich bin da tatsächlich ein wenig hin-und-hergerissen, auch wenn ich schon ganz zufrieden damit bin, dass auf diese Weise der Alltag seine Struktur behält und ich nicht Gefahr laufen kann, dem Lagerkoller zu verfallen.

Spindle

Eine weitere Spindel ist noch an mich unterwegs und ich hoffe, dass sie in dem Corona-Wahnsinn nicht einfach verloren geht. Das fände ich sehr schade, so einfach ist es gar nicht, diese leichten, so wunderbar ruhig laufenden Spindeln zu finden.
Das Spinntreffen in Konstanz war sehr ruhig, viele  hatten leider doch kurzfristig noch absagen müssen, aber dadurch eben auch sehr entspannt. Es gab die Chance, sich mit fast jedem unterhalten zu können und ich habe das dieses Mal ausgiebig genutzt und mich ganz bewusst auch mal woanders hingesetzt und mit anderen Spinnerinnen gesprochen. Und ich traf Menschen wieder, die ich schon lange kenne und die mir sehr wichtig sind. Auch wenn hunderte Kilometer zwischen uns liegen, war es einfach so, dass man sofort wieder an Gespräche anknüpfen konnte und alles sehr vertraut war.
Was das Wochenende dann perfekt gemacht hat, war die Tatsache, dass die Herzensfreundin auch dabei gewesen ist und wir gemeinsam noch beim Werksverkauf von Opal gewesen sind und ein sehr nettes Schwätzchen mit Beate Zwerger halten konnten und beim Besuch von Schoppel ganz viele neue Ideen entwickeln konnten.
Meinen jährlichen Kontrolltermin in der Würzburger Klinik habe ich auch hinter mich gebracht und konnte dann beruhigt wieder nach Hause fahren. Alles gut. Bis auf Corona eben.

Aus dem Leben gegriffen · Gestricktes · Ich bin dabei

Zugsocking

Am Wochenende haben die Strickfreundinnen und ich mal wieder ein Zugsocking gemacht. Eigentlich wollten wir nach Holland fahren, das haben wir dann aber aufgrund eines Unfalls einer Strickfreundin, die auch mitfahren wollte, nun aber für eine Weile noch im Rollstuhl sitzen muss, noch einmal verschoben. Und weil eine von uns einen tollen Laden im Internet entdeckt hatte, bei dem sie eigentlich bestellen wollte, haben wir abgemacht, dass wir dorthin fahren. Den habe ich vor vielen Jahren schon zwei Mal besucht, da waren aber andere mit dabei und die neue Gruppe kannte den Laden noch nicht.
Als wir in unserer Stadt in den Zug stiegen, war dieser trotz der frühen Uhrzeit schon ziemlich voll. Fußballfans? So früh? Wir haben uns schon ziemlich gewundert. Und tatsächlich sind die dann auch noch mit uns gemeinsam in den nächsten Zug umgestiegen. Aber die überwiegend jungen Männer waren sehr freundlich und es entspann sich recht schnell ein nettes Gespräch über Fußball, Kinderziehung und handgestrickte Socken. Und jetzt weiß ich auch, das Spiele der 2. Bundesliga am Samstag auch schon mal um 13 Uhr beginnen.
Die Fahrerei hat sehr gut geklappt, wir haben problemlos und ohne Hektik alle Anschlüsse bekommen und waren pünktlich am Wunschort. Der Laden, den wir besucht haben, die Wollbox in Gehrden bei Hannover, ist sehr klein und sehr vollgestellt. Aber Katja und ihr Mann sind ausgesprochen nette und freundliche Menschen und haben alle unsere Fragen kompetent beantwortet. Da die Wollbox hauptsächlich einen Online-Handel hat, waren einige Qualitäten und Farben nur im Lager verfügbar, aber Katjas Mann ist immer wieder zum Lager hinüber gegangen und hat alles Gewünschte für uns herausgesucht. Ein toller Service. Nach einer guten Stunde waren wir von all dem angebotenen Suchtmittel und den schwierigen Entscheidungen ein bisschen erschlagen und haben den Laden verlassen.
Es ging dann zu einem erstklassigen Italiener in der Nähe, wo tatsächlich Mahlzeiten ohne Convenience-Produkte zubereitet wurden und wir wirklich sehr lecker gegessen haben. Als wir uns dann auf den Rückweg gemacht haben, staute sich der Verkehr in der Innenstadt von Hannover und wir brauchten deutlich länger als erwartet, um zum Hauptbahnhof zu kommen. Trotzdem hat alles gepasst und kurz nachdem wir am Bahnsteig standen, fuhr unser Zug Richtung Norden ein. Auch der war wieder voll, weil die Fußballfans nun mit uns auch wieder heimfuhren. Aber alles lief ruhig und entspannt ab und wir hatten viel zu schwatzen und zu lachen. Ein toller Tag.

Fotos habe ich leider keine gemacht. Zeigen kann ich Euch nur einen Strang, den ich mir geleistet habe. Dieses Garn kannte ich bislang nur von Bilder und Erzählungen, aber die Farben und das Material sind wirklich schön und so wanderte der Strang mit mir nach Hause.
Wenn Ihr mal in der Nähe seid: die Wollbox ist wirklich einen Besuch wert und wir sind mit Sicherheit auch nicht das letzte Mal dort gewesen.

Aus dem Leben gegriffen · Gedankenspiele

Art Books

Schon seit längerer Zeit und immer mal wieder denke ich über das Anfertigen eines Art Books, eines Künstlerbuches, nach. Meine Schwägerin, die als Künstlerin in der Schweiz lebt, brachte mich auf die Idee. Und ich nahm sie auf. Bei meinen Recherchen, vor allem bei Pinterest, fand ich dann heraus, dass ich vor einigen Jahren tatsächlich schon einmal – ohne es zu wissen oder es so zu bezeichnen – ein Art Book gemacht habe: The Knitted Book of Knitting.

Artbook 1

Dazu habe ich auf gestrickten Seiten verschiedene Strickstücke untergebracht: Socken, Lace, Pullover, verschiedene Materialien, Zopfmuster und einiges mehr. Das Erstellen dieses Buches liegt schon mehr als 10 Jahre zurück, heute würde ich vieles bei der Gestaltung des Buches anders machen. Und vieles sehr viel perfekter. Aber für einen ersten Versuch bin ich damit durchaus doch ein bisschen zufrieden. Leider ist die Anleitung, die ich dafür schreiben wollte, irgendwo zwischen gerutscht und ich finde die Notizen nicht wieder. Vielleicht überarbeite ich das Ganze noch einmal und denke mir etwas anderes in dieser Art aus.

Die Art Books aber, über die ich jetzt nachdenke, sind eher aus Stoffen und mit Stickereien gestaltet. Pläne und Ideen habe ich mir schon notiert, teilweise habe ich auch bereits Materialien zusammen gesucht. An einigen Stellen sind meine Notizen sogar schon recht weit fortgeschritten, an anderen Stellen hänge ich aber fest und komme nicht so recht weiter. Gut Ding will halt Weile haben.

Ganz neu dazu kam noch die Idee, einen Jahresrückblick auf die etwas andere Art zu gestalten: ein Stoffbuch mit einer Doppelseite für jeden Monat, als Erinnerung an schöne Erlebnisse, ausgefüllt mit genähten Seiten, kleinen gestrickten oder gehäkelten Objekten, mit Stickereien, Stempelbildern und und und. Für den Januar steht zumindest der Entwurf der Doppelseite schon und das Material liegt zum großen Teil schon bereit. Nun müsste ich den Grundstoff vorbereiten, damit ich loslegen kann. Ich bin schon sehr gespannt, wie weit ich damit komme. Für den Februar und den März habe ich schon Ideen, die sich an die Termine anlehnen, die für diese beiden Monate geplant sind.

Woran ich dann aber mit Sicherheit arbeiten muss, ist mein Perfektionismus. Der war noch nie so ausgeprägt wie heute und hält mich oft schon vom Anfangen ab. Weil ich – abgesehen mal vom Stricken – in der Regel mit allem anderen nie wirklich zufrieden bin und die Ergebnisse anderer immer um Längen besser finde als meine eigenen. Und gerade zu Anfang werden solche Bücher niemals perfekt sein – müssen sie ja auch gar nicht. Ich muss mir immer wieder selber sagen, dass der Spaß an der Sache im Vordergrund stehen sollte, nicht das Ergebnis. Und dass ich sehr viel lernen kann. Zur Zeit brauche ich einfach Dinge, die meinen Kopf beschäftigt halten – und meine Finger. Ich hoffe, ich werde einen Weg finden, meine Ideen umzusetzen ohne an meinem Perfektionismus zu scheitern.

Aus dem Leben gegriffen · Gestricktes

Das Strickcamp

Superkraft

Im Januar bin ich mit meinen Strickfreundinnen an die Nordsee zu einem Strickcamp gefahren. So ins Blaue hinein, ohne zu wissen, was uns genau erwarten würde, zu Menschen, die wir nicht kennen. Und es war wirklich großartig.

Nordsee

In der Jugendherberge, in der wir untergebracht waren, gibt es moderne, großzügige Zimmer mit Einzel-, Doppel- und Mehrbettbelegung. Alle mit Bad und Toilette und in hellen, freundlichen Farben gestrichen, alle mit Balkon oder Terrasse. Natürlich war nicht die ganze Jugendherberge so, der Altbau stammt aus den Siebziger Jahren und hatte so einiges an steilen Treppen mit schmalen Stufen zu bieten. Das war aber auch schon das einzige Manko, und vermutlich ist das auch so richtig nur mir aufgefallen, weil Treppensteigen für mich ja schwierig ist.

Fische gestrickt

Die Verpflegung war sehr gut und der Koch machte den Eindruck, als sei er durchaus froh, für Erwachsene und nicht immer nur für Kinder zu kochen. Das Essen war wirklich lecker. Den ganzen Tag über gab es für uns Tee, Kaffee und andere Getränke in reichlicher Menge. Immer frisches Obst, mundgerecht in Stücke geschnitten, am Nachmittag gab es zwei verschiedene Sorten an Kuchen, die auch nachgelegt wurden, wenn etwas alle war. Eine Candybar sorgte für die süße Versorgung. Als Start gab es sogar einen hübschen Cocktail, auf Wunsch auch alkoholfrei.

Ein wirkliches Programm gab es nicht. Mit Absicht nicht, denn nach dem Wunsch der Organisatorin sollte sich alles um das gemeinsame Stricken und den Austausch in der Gruppe drehen und weniger um das Abarbeiten von Workshops. Wer wollte, konnte aber einen Ausflug zu einer Schaffarm machen.
So haben wir wirklich ein Wochenende plaudernd und strickend verbracht, haben sehr nette, kreative Frauen jeden Alters kennen gelernt, habe uns den Wind um die Ohren wehen gelassen und unser Meerweh gestillt. Ihr wisst ja: Meer geht immer.
Und als wir wieder heimfuhren, wussten wir, dass wir auf jeden Fall wiederkommen werden.

Blick aus dem Zimmer