Die verstrickte Dienstagsfrage

Die verstrickte Dienstagsfrage 14 – 2019

Eine der größten Entdeckungen in meinem Strickerleben ist 2007 Ravelry gewesen. Alles, was ich vorher mühsam über Internet-Recherchen und Mailinglisten zusammen suchen musste, wenn ich denn überhaupt irgendetwas durch Zufall erfuhr, konnte ich jetzt an einer Stelle finden – ohne lange Suchen. Inzwischen habe ich viele Routinen, wie ich mit der Seite umgehe. Wie ist das bei Euch? Habt Ihr von Ravelry profitiert, lähmt es Euch eher? Was dokumentiert Ihr auf den Seiten?

Seit Oktober 2007 bin ich Mitglied bei Ravelry. In den ersten Wochen habe ich sehr viel Zeit dort verbracht, weil es eine Weile brauchte, um sich dort zurecht zu finden und die Möglichkeiten auszuloten. Irgendwann aber kristallisierte sich eine gewissen Routine im Umgang mit der Community heraus, die gangbar ist und nicht allzu viel Zeit in Anspruch nahm.
Tatsächlich aber hat sich mein Umgang mit Ravelry gerade in den letzten Monaten verändert. Ich schaue immer noch bei den neuen und gefragten Mustern, lese in bestimmten Gruppen und schaue, was meine Freunde so gemacht haben. Aber ich habe weder meinen Stash über Ravelry organisiert noch dokumentiere ich neue Projekte. Bei den Favoriten und in der Library habe ich aufgeräumt, eine ganze Reihe von Gruppen verlassen, in denen ich ohnehin nicht oft gelesen habe.
Hauptsächlich nutze ich die Seite, wenn ich eine Idee im Kopf habe und wissen möchte, ob und wer so etwas schon einmal gemacht hat. Und natürlich möchte ich auf dem Laufenden bleiben und wissen, was gerade so „in“ ist. Aber ich verbringe längst nicht mehr so viel Zeit bei Ravelry (wie auch im allgemeinen im Internet) wie noch vor einigen Jahren. Dafür bin ich wieder mehr im realen Leben unterwegs.
Missen möchte ich Ravelry trotzdem auf keinen Fall. Ich liebe diese Community und die Möglichkeiten, die sich damit bieten.

Wenn Ihr bei der verstrickten Dienstagsfrage mitmachen möchtet, findet Ihr hier alle Infos dazu.

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Die verstrickte Dienstagsfrage

Die verstrickte Dienstagsfrage 13 – 2019

Wie sehen deine Aufzeichnungen für Strickprojekte aus? Strichliste, Tabellenkalkulation, Skizzen? Hast Du ein Creative Journal? Oder notierst du gar nichts? 

Bei mir ist das sehr unterschiedlich und hängt davon ab, ob ich nach einer fertigen Anleitung stricke oder etwas Eigenes entwerfe. Arbeite ich nach einer vorhandenen Anleitung notiere ich mir Änderungen und wichtige Angaben, wie Garn und vor allem  Nadelstärke direkt auf der Anleitung. Modifikationen notiere ich mir ebenfalls dort und versuche, Anleitung und Strickprojekt beieinander zu lassen. Wenn ich fertig bin, übertrage ich alles, was wichtig ist in mein Creative Journal und dokumentiere dort, was ich gemacht habe.  Bei Ravelry stelle ich so gut wie nichts mehr ein, das ist irgendwie in den vergangenen Jahren einfach unterblieben.
Wenn ich  nach eigenen Ideen stricke, notiere ich mir alles, was ich gemacht und ausprobiert habe. Inklusive Skizzen und Strichlisten. Wenn das Design fertig ist, schreibe ich am Rechner eine Anleitung dazu. Wenn ich plane, das Modell bei Ravelry oder auf meinem Blog zu veröffentlichen, stricke ich nach dieser Anleitung ein zweites Modell und übersetze die Anleitung dann selber ins Englische. Auch da habe ich in den vergangenen Jahren zwar eine Menge gemacht, aber nichts veröffentlicht. Schande über mich. Danach landet Anmerkungen zu diesen Anleitungen, vor allem zu Material und Nadelstärke auch wieder im Creative Journal.

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Die verstrickte Dienstagsfrage

Die verstrickte Dienstagsfrage 12 – 2019

Wie war das eigentlich bei Euch: wann habt Ihr angefangen zu stricken? Wer hat es Euch gezeigt? Gibt es Handarbeitstraditionen in Eurer Familie?

Ich kann mich gar nicht mehr an eine Zeit erinnern, in der ich nicht gehandarbeitet habe. Die Familiengeschichte erzählt, dass ich Stricken, Häkeln und Sticken schon konnte, bevor ich in die Schule kam. Gelernt habe ich vieles von meiner Mutter und den Rest von meiner Großmutter. Offensichtlich liegt da tatsächlich etwas in den Genen, denn in unserer Familie gab es in grauer Vorzeit mal einen Schäfer und gleich zwei Frauen der Familie hatten Handarbeitsgeschäfte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es gab auch einen Webstuhl, ich habe noch handgewebtes Leinen davon bei meinen Schätzen liegen. Einen Teil davon habe ich  mal zu einer Tischdecke für meine Mutter verarbeitet.
Im Laufe der Jahre habe ich immer mehr dazu gelernt und beherrsche so Handarbeitstechniken, die fast schon in der Vergessenheit versinken. Richelieu-Stickerei, z.B. oder  Schwälmer Stickerei. Diese Dinge habe ich in der Phase gelernt, als ich zu Beginn der Neunziger Jahre, als meine Kinder noch ganz klein waren, mal keine Lust zum Stricken hatte (damals hatten fast alle Handarbeitsgeschäfte zugemacht, es war schwierig an gutes Material zu kommen und wenn es etwas gab, war es sehr teuer).
Ich habe die Wahl dieses Hobbies nie bereut. Beide Kinder haben sich mal mit Sticken, Stricken, Häkeln und Spinnen beschäftigt. Und während der Sohn kein Interesse daran zeigte, handarbeitet zumindest die Tochter nun auch gelegentlich. Mir war vor allem wichtig, dass sie wissen, dass man so etwas machen kann – wer weiß, wozu man so etwas noch einmal brauchen kann.

Die verstrickte Dienstagsfrage

Die verstrickte Dienstagsfrage 11 – 2019

Erst einmal muss ich  mich entschuldigen, weil die Dienstagsfrage in der vergangenen Woche kommentarlos ausgefallen ist. Leider gab es eine Reihe betrüblicher Vorkommnisse, die mit einem Stromausfall begannen (während ich dabei war, an dem vorbereiteten Beitrag noch Änderungen vorzunehmen) und mit einer Fahrt im Rettungswagen ins nächstgelegene Krankenhaus weitergingen, wo ich dann wegen einer sehr schweren Noro-Infektion drei Tage auf der Isolierstation lag. Nix, was die Welt braucht. Inzwischen bin ich wieder recht fit, nur die Dienstagsfrage war nach dem Stromausfall im Nirvana verschwunden.

Zur Zeit archiviere ich ja (ganz Bibliothekarin halt) meine Strickbücher und das Thema beschäftigt mich deswegen sehr. Nun bin ich neugierig: welches Strickbuch habt Ihr als letztes gekauft (oder geschenkt bekommen)? Könnt Ihr uns etwas darüber erzählen?

Das letzte Strickbuch, dass ich mir gekauft habe, ist von Judith Durant, Abnehmen und Zunehmen. Darin geht es um die verschiedenen Möglichkeiten, Maschen zu- und abzunehmen. Wie sieht welche Abnahmeform im Gestrick aus, wie kann ich das anders oder besser machen, so dass sich Abnahmen und Zunahmen in das Muster des Gestricks einfügen. Ich mag diese Technikbücher einfach, weil ich gerne noch dazu lerne. Insgesamt kaufe ich inzwischen aber nur noch selten Strickbücher, ich habe schon eine umfangreiche Sammlung und wäge inzwischen genau ab, was ich noch haben möchte und worauf ich verzichten kann.

Die verstrickte Dienstagsfrage

Die verstrickte Dienstagsfrage 10 – 2019

Was brauchst Du in Griffweite, wenn Du an Deinem Lieblingsplatz sitzt und handarbeitest? Heute ist die Frage kurz und knapp.

Neben Anleitung und weiterem Material (wenn nötig), habe ich Schere, Maßband, Maschenmarkierer und diverses Kleinzeug in einem Beutel in der Nähe. Außerdem brauche ich ein kleines Glas für Fadenreste. Notizzettel und Stift sind auch nicht weit entfernt. Ein Getränk und manchmal auch etwas Essbares sind nett, aber nicht zwingend. Fernbedienungen (ich schaue leidenschaftlich gerne Fernsehen, während ich stricke …), Telefon, Handy und andere technische Geräte (z.T. für digitale Anleitungen) sind dagegen ein Muss.

Hm, ich ärgere mich immer wieder darüber, dass der Couchtisch so zugemüllt ist und jetzt merke ich gerade, dass das meine Schuld ist. Uff. Kann ich die Frage zurück ziehen?

Die verstrickte Dienstagsfrage

Die verstrickte Dienstagsfrage 9 – 2019

Es wird so langsam Zeit, den Sommerurlaub zu planen. Schlag doch mal ein Ausflugsziel vor, das etwas mit Stricken, Wolle oder kreativ sein zu tun hat! Was kann der Strickinteressierte in Deiner Umgebung entdecken? Oder hast Du einen Tipp für Fernreisende? Oder sonst einen Vorschlag?

Neben den Adressen von Geschäften finde ich persönlich auch immer Tipps gut, die sich mit den Hintergründen und der Geschichte der einzelnen Handarbeiten beschäftigen. In Bremen direkt gibt es die Bremer Baumwollbörse, die man in Gruppen nach Voranmeldung auch für eine Führung besichtigen kann. Das historische Gebäude liegt zentral in der Innenstadt und eine Führung dort gibt interessante Einblicke in die Geschichte der Baumwolle und über die Klassifizierung der verschiedenen Baumwollsorten. Früher wurde der größte Teil der Baumwolle, die für europäische Länder gedacht war, in Bremen angelandet. Heute wird überwiegend nur noch mit der Baumwolle in Bremen gehandelt, ohne dass sie hier auch ankommt.

Etwas außerhalb von Bremen, in Delmenhorst, gibt es das „Nordwestdeutsche Museum für IndustrieKultur„, kurz Nordwolle. Das ist ein erhalten gebliebener Teil der Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei in Delmenhorst. Dort können die Werkstätten und Maschinenräume besichtigt werden und liefern einen guten Überblick über die Industrialisierung und deren Folgen für die Menschen. Beeindruckend ist dort vor allem der Umgang mit den Mitarbeitern gewesen, für die eigens Siedlungen gebaut wurden.

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Die verstrickte Dienstagsfrage

Die verstrickte Dienstagsfrage 8 – 2019

Morgen endet in diesem Jahr die Faschingszeit. Hast Du schon einmal etwas für diese bunte, närrische Zeit gestrickt oder gehäkelt? Dein Kostüm aufgepeppt? Eine Perücke gewerkelt?

Die Norddeutschen sind ja dafür bekannt, dass Fasching, Fastnacht oder Karneval hier keine große Rolle spielt und wir aus der Ferne eher skeptisch auf das ausgelassene Treiben schauen. Ich bin, obwohl ja nicht in Norddeutschland geboren, da keine Ausnahme, ich weiß aber, dass sich diese Einstellung durchaus ändern kann, wenn man unmittelbarer damit zu tun hat und man mitgerissen werden kann von der Stimmung auf den Straßen. Aber Verkleiden ist einfach nicht meins, und von daher kann ich überhaupt keine Werkeleien für Karnevalskostüme vorweisen.

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