Aus dem Leben gegriffen · Gestricktes · Ich bin dabei

Das Strick-nick

Ja, ein Strick-nick ist ein Picknick, bei dem auch gestrickt werden darf. Eigentlich darf man das ja immer, wer sollte einen hindern, aber dieses Picknick wurde extra von Stricker*innen für Stricker*innen geplant und organisiert. Das Wetter bietet sich an, ein geeigneter Platz war schnell gefunden und schon konnte es losgehen.

Stricknick 4

Einen großer Teil der Vorbereitung machte die Organisation aus, wer was zu essen mitbringt, wer sich um Grill und Geschirr/Besteck kümmert. Den zweitgrößten Teil der Vorbereitung nahmen dann schon die Überlegungen ein, welches Strickzeug man mitnehmen soll. Wenn man reichlich Material, WIPs und UFOs hat, kann das schon mal eine Weile dauern. Ich empfehle aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz heraus, etwas mitzunehmen, was sehr langweilig kraus rechts gestrickt wird, ohne anspruchsvoll zu sein, oder einen I-Cord, der sich ja auch gerne zieht. Socken gehen natürlich auch immer. Entsprechend ausgerüstet habe ich mich dann voller Vorfreude am Wochenende auf den Weg gemacht.

Stricknick 1

Unser Picknick-Platz war auf einer kleinen Lichtung mitten in einem kleinen Waldgebiet. Sehr abgelegen und ruhig, außer uns war niemand da, wenigstens keine Menschen. Die Sonne schien, die Vögel sangen, es duftete nach Wald. Wir saßen auf Holzbänken unter alten Bäumen, ein laues Lüftchen wehte – ja, es war genauso kitschig, wie es sich liest. Und es war unfassbar erholsam. Wir haben geschwatzt und viel gelacht, gut gegessen, einen oder mehrere Spaziergänge durch den Wald gemacht und zwischendurch auch einfach mal nur still dagesessen, ins Grüne geschaut und den Geräuschen des Wald gelauscht. In der Ferne hörte man leise einen Trecker, der Bauer nebenan war dabei ein Feld abzuernten. Die Brombeeren haben wir selber genascht.

Gegen Abend tauchten dann auf einmal dunkle Wolken auf und noch ehe wir alles zusammengeräumt hatten, fing es an zu regnen. Habt Ihr mal darauf geachtet, wie sich der Geruch verändert, wenn es an einem warmen Sommertag anfängt zu regnen? Und das dann noch in einem Wald. Großartig. Manche Dinge vergisst man viel zu schnell.

Unser Fazit: das müssen wir unbedingt wiederholen. Vielleicht noch einmal in diesem Sommer, auf jeden Fall im nächsten. Und: zur Nachahmung empfohlen.

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Sockmadness 2020 – Das ist Wahnsinn

Ich muss ganz schön verrückt sein, dass ich spontan entschieden habe, dieses Jahr endlich mal dabei zu sein. Sonst fand ich die Hinweise darauf immer erst, wenn es schon längst zu spät war, und habe mich oft ein wenig geärgert.

Kennt Ihr die Sockmadness-Gruppe bei Ravelry?

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Jedes Jahr wird dort der „Socken-Wahnsinn“ gefeiert, immer von Anfang März (die Registrierung findet schon im Februar statt) bis ungefähr Anfang Juni. Je nachdem, wie schnell die Gruppen sind.
Nach der Registrierung und mit dem Start bekommt man per Mail die erste Anleitung zugeschickt. Die erste Runde ist eine Qualifizierungsrunde. Das vorgegebene Sockenpaar muss innerhalb von 14 Tagen gestrickt sein – und zwar ganz genau nach der Anleitung. Abweichungen sind nur in besonderen, genehmigungspflichtigen Fällen erlaubt, die genau definiert werden.
Wer das Paar schafft, wird in eine Gruppe eingeteilt, in der er dann an den folgenden Wettbewerben teilnimmt und bekommt ab da alle Anleitungen zugeschickt. Wer nur eine Socke in der vorgegebenen Zeit fertig bekommt, wird immerhin Cheerleader, ist quasi dabei (bekommt also alle Anleitungen zugeschickt), kann aber nicht an den Wettbewerben teilnehmen. Das habe ich mir als Ziel gesetzt und bin recht optimistisch, dass ich das schaffen kann.

Ansonsten lasse ich diese Angelegenheit einfach auf mich zukommen, besonderen Ehrgeiz werde ich eher nicht entwickeln, aber ich möchte gerne dabei sein und die Möglichkeit haben, viele verschiedene Designer kennen zu lernen und neue Idee beim Socken stricken zu entdecken. Außerdem sind manche Modelle dabei, die es nur für diese Aktion geben wird und deren Anleitungen danach nicht mehr erhältlich sein werden. Oder es wird die Anleitungen nur noch kostenpflichtig geben.

In diesem Jahr gibt es drei Warm-Up-Muster als Einstimmung auf den „Socken-Wahnsinn“. Die Anleitungen habe ich mir ausgedruckt und werde wenigstens eine davon in den nächsten Tagen anfangen. Danach warte ich dann auf das Qualifizierungsmuster und werde Material und Nadeln schon bereit legen, damit ich sofort starten kann und nicht erst danach suchen muss.
Insgesamt gibt es die Qualifizierungsrunde und danach 7 weitere Runden, bis der Gewinner/die Gewinnerin feststeht. Die Teilnehmerzahl wird pro Runde immer kleiner, bis am Ende nur noch ein Teilnehmer je Gruppe übrig bleibt. Diese Teilnehmer treten dann gegeneinander an.
Zusätzlich gibt es weitere 7 Bonusmuster, insgesamt erhält man während des Sockmadness-Zeitraumes 15 kostenlose Muster plus die 3 Warm-Up-Muster. Ich habe mir die Modelle der Vorjahre schon immer mal angeschaut und gemerkt, dass sich alleine dafür die Teilnahme lohnt. Und zu verlieren  hat man ja letztlich nichts.

Ich freue mich schon, das wird bestimmt Spaß machen.

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Zugsocking

Am Wochenende haben die Strickfreundinnen und ich mal wieder ein Zugsocking gemacht. Eigentlich wollten wir nach Holland fahren, das haben wir dann aber aufgrund eines Unfalls einer Strickfreundin, die auch mitfahren wollte, nun aber für eine Weile noch im Rollstuhl sitzen muss, noch einmal verschoben. Und weil eine von uns einen tollen Laden im Internet entdeckt hatte, bei dem sie eigentlich bestellen wollte, haben wir abgemacht, dass wir dorthin fahren. Den habe ich vor vielen Jahren schon zwei Mal besucht, da waren aber andere mit dabei und die neue Gruppe kannte den Laden noch nicht.
Als wir in unserer Stadt in den Zug stiegen, war dieser trotz der frühen Uhrzeit schon ziemlich voll. Fußballfans? So früh? Wir haben uns schon ziemlich gewundert. Und tatsächlich sind die dann auch noch mit uns gemeinsam in den nächsten Zug umgestiegen. Aber die überwiegend jungen Männer waren sehr freundlich und es entspann sich recht schnell ein nettes Gespräch über Fußball, Kinderziehung und handgestrickte Socken. Und jetzt weiß ich auch, das Spiele der 2. Bundesliga am Samstag auch schon mal um 13 Uhr beginnen.
Die Fahrerei hat sehr gut geklappt, wir haben problemlos und ohne Hektik alle Anschlüsse bekommen und waren pünktlich am Wunschort. Der Laden, den wir besucht haben, die Wollbox in Gehrden bei Hannover, ist sehr klein und sehr vollgestellt. Aber Katja und ihr Mann sind ausgesprochen nette und freundliche Menschen und haben alle unsere Fragen kompetent beantwortet. Da die Wollbox hauptsächlich einen Online-Handel hat, waren einige Qualitäten und Farben nur im Lager verfügbar, aber Katjas Mann ist immer wieder zum Lager hinüber gegangen und hat alles Gewünschte für uns herausgesucht. Ein toller Service. Nach einer guten Stunde waren wir von all dem angebotenen Suchtmittel und den schwierigen Entscheidungen ein bisschen erschlagen und haben den Laden verlassen.
Es ging dann zu einem erstklassigen Italiener in der Nähe, wo tatsächlich Mahlzeiten ohne Convenience-Produkte zubereitet wurden und wir wirklich sehr lecker gegessen haben. Als wir uns dann auf den Rückweg gemacht haben, staute sich der Verkehr in der Innenstadt von Hannover und wir brauchten deutlich länger als erwartet, um zum Hauptbahnhof zu kommen. Trotzdem hat alles gepasst und kurz nachdem wir am Bahnsteig standen, fuhr unser Zug Richtung Norden ein. Auch der war wieder voll, weil die Fußballfans nun mit uns auch wieder heimfuhren. Aber alles lief ruhig und entspannt ab und wir hatten viel zu schwatzen und zu lachen. Ein toller Tag.

Fotos habe ich leider keine gemacht. Zeigen kann ich Euch nur einen Strang, den ich mir geleistet habe. Dieses Garn kannte ich bislang nur von Bilder und Erzählungen, aber die Farben und das Material sind wirklich schön und so wanderte der Strang mit mir nach Hause.
Wenn Ihr mal in der Nähe seid: die Wollbox ist wirklich einen Besuch wert und wir sind mit Sicherheit auch nicht das letzte Mal dort gewesen.

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Das Strickcamp

Superkraft

Im Januar bin ich mit meinen Strickfreundinnen an die Nordsee zu einem Strickcamp gefahren. So ins Blaue hinein, ohne zu wissen, was uns genau erwarten würde, zu Menschen, die wir nicht kennen. Und es war wirklich großartig.

Nordsee

In der Jugendherberge, in der wir untergebracht waren, gibt es moderne, großzügige Zimmer mit Einzel-, Doppel- und Mehrbettbelegung. Alle mit Bad und Toilette und in hellen, freundlichen Farben gestrichen, alle mit Balkon oder Terrasse. Natürlich war nicht die ganze Jugendherberge so, der Altbau stammt aus den Siebziger Jahren und hatte so einiges an steilen Treppen mit schmalen Stufen zu bieten. Das war aber auch schon das einzige Manko, und vermutlich ist das auch so richtig nur mir aufgefallen, weil Treppensteigen für mich ja schwierig ist.

Fische gestrickt

Die Verpflegung war sehr gut und der Koch machte den Eindruck, als sei er durchaus froh, für Erwachsene und nicht immer nur für Kinder zu kochen. Das Essen war wirklich lecker. Den ganzen Tag über gab es für uns Tee, Kaffee und andere Getränke in reichlicher Menge. Immer frisches Obst, mundgerecht in Stücke geschnitten, am Nachmittag gab es zwei verschiedene Sorten an Kuchen, die auch nachgelegt wurden, wenn etwas alle war. Eine Candybar sorgte für die süße Versorgung. Als Start gab es sogar einen hübschen Cocktail, auf Wunsch auch alkoholfrei.

Ein wirkliches Programm gab es nicht. Mit Absicht nicht, denn nach dem Wunsch der Organisatorin sollte sich alles um das gemeinsame Stricken und den Austausch in der Gruppe drehen und weniger um das Abarbeiten von Workshops. Wer wollte, konnte aber einen Ausflug zu einer Schaffarm machen.
So haben wir wirklich ein Wochenende plaudernd und strickend verbracht, haben sehr nette, kreative Frauen jeden Alters kennen gelernt, habe uns den Wind um die Ohren wehen gelassen und unser Meerweh gestillt. Ihr wisst ja: Meer geht immer.
Und als wir wieder heimfuhren, wussten wir, dass wir auf jeden Fall wiederkommen werden.

Blick aus dem Zimmer

Aus dem Leben gegriffen · Gestricktes

Überraschend

Vor ein paar Wochen habe ich mit supernetten Mrs. Mumpitz Resteknäuel getauscht. Sie schickte mir eine ganze Menge ganz wunderbarer Reste, die ich dann in ein Glas füllte und gut sichtbar in der Nähe meines Strickplatzes aufstellte. Immer und immer wieder habe ich darüber nachgedacht, was ich damit machen soll, habe Ideen geplant und wieder verworfen, habe die Knäuel aus dem Glas genommen und angeschaut und sie vorsichtig zurück gelegt, habe mich an den wunderbaren Farben gefreut. Nur entscheiden, was ich nun damit anfangen wollte, konnte ich mich nicht.

Heute dann, ganz überraschend, ploppte bei Ravelry in meinen Highlights eine Anleitung auf und ich wusste sofort: das ist sie. Das ist die überaus richtige und tolle Anleitung für die Resteknäuel aus Schweden. Und nun hibbele ich hier auf der Arbeit rum, schaue alle paar Minuten auf die Uhr, weil ich eigentlich nach Hause möchte und anfangen möchte, zu stricken. Aber eine Weile muss ich noch durchhalten. Geändert habe ich in diesem Zusammenhang auch meine Pläne für das Mitnahme-Gestricksel für die geplante Reise am Wochenende. Natürlich muss nun auch das Reste-Sammelsurium mit, damit ich an dem tollen Stück stricken kann.

Mehr darüber verrate ich dann (inklusive erster Bilder), wenn ich aus München zurück bin und schon die ersten Reihen präsentieren kann.

Ach, ich freu mich. Manchmal kann das Leben so einfach sein.

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Freundinnen-Projekte

Mit meinen Freundinnen starte ich immer wieder gemeinsame Projekte. Wenn meine Herzensfreundin zu Besuch kommt und/oder wir gemeinsam auf einem Spinn- oder Stricktreffen sind, schauen wir, was wir gemeinsam machen können. Auch die Dritte im Bunde ist immer mal wieder dabei. Für das, was wir dann planen, gibt es keine Regeln. Mal kaufen wir alle den gleichen Strang Wolle und stricken etwas daraus, manchmal haben wir eine gemeinsame Anleitung, die wir mit Wolle aus dem Stash oder aus einem (gemeinsamen) Einkauf nacharbeiten. Gelegentlich tauschen wir Wolle und stricken für die anderen, oder wir teilen unsere Stränge oder Knäuel und lassen uns überraschen, wie jede von  uns mit diesen kleinen Knäueln eine Idee umsetzt.

In diesem Sommer haben wir zwei Ideen am Start. Beim Stricktreffen in Nordenham, auf dem wir uns zu Dritt getroffen haben, haben wir alle den gleichen Strang gekauft und stricken uns Socken daraus.
Freundinnenprojekt 1
Weil das Garn keine Muster zulässt, haben wir uns auf ganz einfache Stinos (Stinknormale Socken) geeinigt, die ich mit einem 3-1 Rippenmuster stricke. Das Garn sieht bei allen etwas anders aus, mal wildert es, mal ringelt es, mal langgezogene Ringel, mal kurze Ringel – von allem etwas und gerne auch in den einzelnen Socken. Sie gefallen uns gut – und während die anderen Beiden ihre Socken schon fertig haben, hänge ich noch am zweiten. Aber der wird während der Reise am Wochenende und bei einer stundenlangen Zugfahrt ganz sicher auch fertig.

Das zweite Projekt ist das „Island in the Sun“-Tuch von Susanne Sommer. Da stricken wir mit ganz unterschiedlichen Garnen und sehr unterschiedlichen Farben. Ich habe Wollmeisen aus meinem Bestand mit neu gekauften Garnen ergänzt. So richtig sicher bin ich noch nicht, ob die ergänzten Farben so gut sind oder ob eine andere Farbwahl nicht besser gewesen wäre. Aber das entscheide ich erst, wenn ich noch ein Stück weiter bin. Der Anfang gefällt mir auf jeden Fall schon mal richtig gut.
Freundinnenprojekt 2
Diese gemeinsamen Strickaktionen gefallen mir sehr gut und animieren mich, auch mal etwas fertig zu machen. Wobei hier durchaus in den vergangenen Wochen etliches fertig geworden ist. Wie immer bei mir hakt es nun entweder am Spannen des fertigen Strickstücks oder an den Fotos. Ihr wisst ja: irgendwas ist immer und um eine Ausrede bin ich  nicht verlegen.

Auf den Nadeln · Gestricktes

Baker’s Twine

Topflappen? Topflappen! Braucht man die eigentlich noch? Ja, offensichtlich.

Seit ein paar Wochen geistern die Topflappen Baker’s Twine durch die sozialen Medien und entwickeln ein unglaubliches Suchtpotential. Ich gebe zu, dass ich zu Anfang niemals gedacht hätte, dass sich das so entwickelt, weil eigentlich doch jeder genügend Topflappen zu Hause hat. Aber durch die geniale Aufhängung sehen sie eben sehr pfiffig aus und das weckt einfach Begehrlichkeiten. Trotzdem plante ich nicht, sie zu stricken.

Bakers Twine 1

Dann aber sah eine Kollegin, die zwar viel näht, aber nicht stricken kann, diese Topflappen im Netz und bat mich, ihr welche zu stricken. Also Anleitung gekauft und losgestrickt. Die Baumwollgarn-Kiste ist sehr gut gefüllt und es war nicht nötig, etwas  Neues zu kaufen, was ja zur Abwechslung auch mal ganz gut ist. Gestrickt sind die Topflappen ziemlich schnell und so konnte ich sie schon nach ein paar Tagen an die Kollegin weitergeben. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie das Kreise zog, und als ich ihr Büro verließ, um in mein eigenes zurück zu kehren, hatte ich zwei neue Aufträge für Topflappen kassiert.
Mein drittes Topflappen-Paar strickte ich folgerichtig dann beim UFO-Stricken und schnell hatten sich auch die Strickfreundinnen mit dem Virus infiziert. Nun nadeln wir alle um die Wette an den Baker’s Twine Topflappen und sind überrascht, wer auf einmal neue Topflappen braucht.

Bakers Twine 2

Mein Baumwollvorrat ist immer noch sehr gut gefüllt und ich finde, dass das eine gute Gelegenheit ist, davon einiges zu verstricken und gleichzeitig schon mal an die Produktion von Weihnachtsgeschenken zu denken. Endlich mal rechtzeitig, nicht wieder erst Anfang Dezember, weil Weihnachten ja immer so plötzlich kommt. So werde ich ganz sicher noch einige Topflappen-Paare stricken und eine weitere Idee dazu umsetzen, die mir passend dazu in den Kopf gekommen ist.

Manchmal kann einen sogar die Strickwelt noch so richtig überraschen.

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Zugsocking nach Lüneburg

Am vergangenen Samstag habe ich mit einigen Strickfreundinnen ein Zugsocking nach Lüneburg gemacht. Einfach so, weil wir Lust darauf hatten.

Zugsocking heißt: man verabredet sich, einen bestimmten Ort innerhalb des Bundeslandes zu besuchen, meistens, aber nicht immer, um dort einen vielversprechenden Woll-Laden aufzusuchen und sich dort umzuschauen. Dazu besorgt man sich ein entsprechendes Länderticket von der Bahn – weil es so schön günstig ist -, sucht sich eine passende Zugverbindung und macht sich am geplanten Reise-Tag auf den Weg. Mit Schwierigkeiten bei der Reise ist dann fast gesetzmäßig zu rechnen, das macht aber nichts, denn: der Weg ist das Ziel. Unterwegs wird gestrickt und geredet, gelacht, getrunken, genascht und was immer man noch so machen möchte auf einer kleinen Reise. Am Ort angekommen, besucht man das Geschäft, kauft ein (oder auch nicht), schaut sich in der Stadt ein wenig um, geht Kaffee trinken oder Mittagessen (optional) und zu gegebener Zeit macht man sich dann wieder auf den Heimweg. Auch hier sollte man sich von den  Unwägbarkeiten einer solchen Zugreise nicht die Stimmung verderben lassen. Es ist übrigens hilfreich, sich in dem Geschäft vorher anzukündigen, damit die Mitarbeiterinnen vor Ort ihren Ablauf ein wenig umplanen können. Je mehr Strickreisende unterwegs sind, desto wichtiger ist die Absprache vor Ort.

Wir sind also nach Lüneburg gefahren. Zur Auswahl  hatte ich insgesamt vier Reiseziele gestellt und wir haben uns die kleine Stadt am Rand der Lüneburger Heide ausgesucht. Die meisten von uns waren vorher noch nie dort und ich denke, wir haben uns alle in dieses Kleinod verliebt. Die Hansestadt Lüneburg ist eine sehr alte Stadt und vor allem für ihre Salzvorkommen bekannt. Viele alte Häuser sind noch erhalten und wenn man möchte, kann  man eine historische Stadtführung in einer Kutsche buchen. Es gibt auch spezielle Führungen für Freunde der ARD-Daily-Soap „Rote Rosen“, die in Lüneburg spielt und offensichtlich viele Fans hat. (Ich gebe zu, ich sah noch keine Folge dieser Serie, was natürlich vor allem daran liegt, dass ich um die Zeit noch längst nicht von der Arbeit zurück bin – verpasse ich da sehr viel?) Durch die Stadt fließt der kleine Fluss Ilmenau, an dessen Ufer es eine ganze Reihe ganz unterschiedlicher Lokale gibt.

Lüneburg 1

Unser Reiseziel vor Ort war der Woll-Laden Stricxs, am Rande der Lüneburger Innenstadt. Wir fanden einen ziemlich großen Woll-Laden, der im vorderen Bereich eine große Sitzecke hat, und im hinteren Bereich verschiedene bekannte Woll-Marken anbietet. Die Inhaberin des Ladens freute sich sichtlich über unseren Besuch und ließ das Geschäft für uns auch ein wenig länger geöffnet, so dass wir in Ruhe schauen konnten. Die Auswahl war groß, lediglich so ganz gängige Angebote, z.B. an einfarbiger Sockenwolle fehlten uns ein wenig. Dafür gab es Ito-Garne, Rowan, Sandnes und einige andere Marken  mehr. Die Präsentation war übersichtlich und nicht so vollgestopft und überall im Laden fanden sich Anregungen für sehr unterschiedliche Strickideen. Im Bereich der Sitzecke kann man in Ruhe einen Kaffee trinken und dort treffen sich auch mehrmals in der Woche Strickgruppen.

Wir hatten einen wirklich tollen, gemeinsamen Tag und haben viel gelacht und Spaß gehabt. Das Wetter hat super mitgespielt und wo es überall anders geregnet hat, schien in Lüneburg die Sonne. Erst am Nachmittag zog es sich zu, geregnet hat es dann aber erst, als wir schon mit dem Zug kurz vor Bremen waren. Wir sind uns sicher, dass wir nun wieder öfter solche gemeinsamen Ausflüge unternehmen werden und haben schon einige Ziele ins Auge gefasst.

Gestricktes · Mitmach-Gestricksel

Fröhliche Frühlingssocken

Vor ein paar Tagen war Frühlingsanfang und ich denke, das ist die richtige Zeit für eine lustige Sockenidee. Gut wäre dafür, wenn Ihr schon Socken stricken könntet, weil ich keine Erklärungen für Bündchen, Ferse und Spitze anbiete, sondern lediglich eine Idee.

Ihr braucht:

Sockenwolle: 1 Grundfarbe und entweder bunte Reste, einfarbige Reste oder Farbverlaufsreste (die habe ich verwendet) oder einfach Farben, die Ihr mit dem Frühling verbindet

Außerdem: Nadeln natürlich, welche auch immer ihr zum Sockenstricken verwendet, Nadelspiel, Rundnadeln, Crasy Trios
Zubehör, dass Ihr sowieso zum Sockenstricken braucht, vielleicht Maschenmarkierer, Zopfnadeln, Hörbücher, Netflix, Kaffee,  Tee, Kekse, Schokolade – was auch immer Euch glücklich macht
Nadel zum Vernähen der Fäden, Maßband, Schere zum Abschneiden der Fäden

Und: 2 Würfel. Oder eine Würfel-App auf dem Handy, geht auch. Wenn Ihr nur einen Würfel findet, ist das auch kein Problem. Dazu dann später noch mehr.

Würfel

Und so wird gestrickt: Bündchen, Ferse und Spitze werden in der Grundfarbe gestrickt.
Schlagt die gewünschte Maschenzahl an (hier gibt es Hilfe dazu, wenn Euch noch die Erfahrung fehlt) und strickt das Bündchen so, wie es Euch gefällt.
Jetzt kommt die Farbe ins Spiel. Und 1 Würfel. Würfelt ein Mal mit einem Würfel. Die gewürfelte Zahl ergibt die Anzahl der Runden, die Ihr mit Eurer Farbe oder Eurem Rest strickt. Dann strickt Ihr zwei Runden in der Grundfarbe und dann wird wieder gewürfelt: mit einem Würfel ein Mal. Dann wieder zwei Runden in der Grundfarbe. So strickt Ihr immer weiter, bis der Schaft die richtige Länge hat. (Wenn Ihr kein Handy und keinen Würfel zur Hand habt, einfach den nächstbesten Menschen nach einer Zahl zwischen 1 und 6 fragen – die Leute gucken erstaunt, sagen aber in der Regel trotzdem eine Zahl und sind sehr amüsiert, wenn man  ihnen dann erklärt, wozu man das braucht.)
Beendet den Schaft mit einer Runde in der Grundfarbe, strickt dann die Ferse und beginnt den Fußteil wieder mit einer Runde in der Grundfarbe. Dann geht das Würfeln und Stricken weiter, bis der Fuß fertig ist. Die Spitze wird wieder in der Grundfarbe gestrickt. Sieht klasse aus, oder?

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Beim zweiten Socken ist fast alles gleich, aber: es wird mit zwei Würfeln die Anzahl der farbigen Runden ermittelt. Entweder werden beide Würfel gemeinsam geworfen oder mit einem Würfel zwei Mal und dann zusammen gezählt. Zwischen den farbigen Runden sind dann wieder jeweils zwei Runden in der Grundfarbe. Dadurch werden die farbigen Runden breiter und die Socken sehen sehr unterschiedlich aus. Wenn Ihr das nicht mögt, ist es natürlich kein Problem, wenn Ihr beide Socken gleich strickt.

Socken 2

Als Variation hatte ich noch überlegt, ob ich auch die Runden der Grundfarbe auswürfele und habe das auch ausprobiert. Da hatte ich aber dann das Gefühl, dass zu viel Grundfarbe ins Spiel kommt und habe dann (noch) nicht weitergestrickt. Was meint Ihr?

Frühlingssocken1

Wie auch immer Ihr Euch entscheidet, ich hoffe, Ihr habt ein wenig Spaß an dieser Art des Sockenstrickens. Natürlich kann man die Grundfarben weglassen und einfach die gewürfelte Rundenzahl mit Resten stricken, das wären dann einfache Würfelsocken. Auf jeden Fall habt Ihr am Ende ein wirkliches Unikat.

Wenn Ihr Fotos Eurer Socken auf Instagram zeigt, nehmt doch den Hashtag #fröhlichefrühlingssocken2019 , dann kann ich mir Eure Bilder anzeigen lassen.

Aus dem Leben gegriffen · Gestricktes

Strickreisende

Nun bin ich wieder zurück von einem sehr schönen und entspannten Besuch bei der Herzensfreundin in Würzburg und vom Spinntreffen am Bodensee am vergangenen Wochenende. Es war schön, liebe Strickfreundinnen und -freunde nach längerer Pause mal wieder zu sehen und eine Runde zu klönen. Da ich mit dem Zug unterwegs war, musste das Spinnrad leider zu Hause bleiben und ich habe es sehr vermisst, nun aber sicher wieder die Motivation, mich daran zu setzen. Wie immer bei solchen Treffen wurden ein paar Strickviren gestreut, so habe ich endlich mal angefangen Happy Scrappy Socks zu stricken und bin von dem Ergebnis schwer begeistert. Es ist immer toll, wenn man gefühlt mit den Gesprächen wieder anfängt, wo man Monate zuvor aufgehört hat und man nie das Gefühl hat, zu fremdeln und mit den Menschen dort wieder warm werden zu müssen. Einige, die ich dort traf, kenne ich schon deutlich länger als 10 Jahre, verfolge ihre Geschichten teilweise nur über das Internet, es fanden sich aber trotzdem sofort Berührungspunkte. Ich mag das.
Spinntreffen 2
Dieses Jahr fuhr ich  mit der Freundin auch noch bei Tutto in Hechingen vorbei, auch dort bin ich sehr viele Jahre nicht gewesen – ist halt nicht gerade um die Ecke, von Bremen aus gesehen und durch meine Krankengeschichte bin ich ohnehin auch nicht mehr so viel rumgekommen in den vergangenen Jahren. Ich musste mich dort ziemlich bremsen, um nicht in einen Kaufrausch zu fallen, solch eine Auswahl an schönen Garnen gibt es hier in Bremen fast nirgendwo. Nach dem Treffen stand dann auch noch ein Besuch bei Schoppel auf dem Plan und so bin ich mit einer ganzen Mengen neuer Ideen und neuer Wolle wieder heimgefahren.
Die beste Nachricht war aber, dass die von den Bremer Ärzten angeratene Operation, von den Klinik-Ärzten in Würzburg abgelehnt wurde. Aus sehr verständlichen Gründen und sehr zu meiner Erleichterung. Lag mir das doch wirklich schwer im Magen. Nun werde ich zwar weiterhin unrund laufen und humpeln, aber das ist halt so und ich kann damit besser leben, als mit der Aussicht auf eine weitere Operation in den nächsten Wochen. So bin ich dann beruhigt und von einem schönen Wochenende erfüllt wieder nach Hause gefahren. Strickend natürlich. Und mit Vorfreude im Herzen auf das nächste Treffen, dass dieses Mal ganz in meiner Nähe stattfinden wird und bei dem ich viele vom Bodensee wiedersehen und zusätzlich noch viele andere Mit-Verrückte treffen werde, die jetzt nicht dabei waren.
Stricktreffen 3